LA LUNGA STRADA

Die Fotografien der Serie „La Lunga Strada“ von Monika Barth nehmen den Betrachter mit auf

eine Reise in Seelenzustände zwischen Glaube, Liebe, Hoffnung und Tod. Die konkreten Orte ihrer Aufnahmen in Italien, der Ukraine, Norwegen und Costa Rica verschmelzen in dem Fluß der Bilder zu einem existenzialistischen Raum, der gefüllt ist mit religiösen, kulturellen und politischen Kontexten. Die Fotografien fügen sich dabei in ihrer Sequenzierung aber nicht zu einer linearen Geschichte, zu einer eindeutigen Botschaft zusammen. Die oft surreal wirkenden Verkettungen von Motiven und die Paradoxie der Beziehungen zwischen den verschiedenen Bildebenen geben den Protagonist/Innen dieses ganz eigenen Theaters des realen Lebens vielmehr den Freiraum, ein vitales Spektrum von Emotionen zu verkörpern. Es ist der genau Blick für den besonderen Moment, das Archaische im Alltäglichen, den expressiven Ausdruck, die magische Überhöhung, mit dem die Fotografin ihren Portraits, Strassenszenen, Naturaufnahmen, Stillleben und architektonischen Details eine erzählerische Kraft jenseits alles Anekdotischen verleiht. Mit ihrem fotografischen Tagebuch von Reisen zwischen 2018 und 2020 schafft sie ein radikal subjektives Dokument unserer zeitgenössischen globalisierten Welt, in dem sie jegliche objektivierende Distanz aufgibt. Sie ist angetrieben von einer großen Empathie für die Menschen und es ist ihre besondere Fähigkeit eine Nähe in der Fremde zu kreieren. Der virtuose Balanceakt zwischen Dokument und Erfindung, zwischen Realismus und Magie macht den besonderen Reiz des Buches „La Lunga Strada“ aus.

Text von Wolfgang Zurborn

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